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Bundesweites Gedenken an die Opfer des NSU –Straßenumbenennung auch in Jena Winzerla

Jena Winzerla. Umbenennung Zielinski-Straße
Jena Winzerla. Umbenennung Zielinski-Straße

Berlin/Jena. Am 4. November 2014, drei Jahre nach dem Bekanntwerden des Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU), werden in zehn deutschen Städten zeitgleich Straßen in Gedenken an die Opfer der rassistischen Mordserie und der Bombenanschläge umbenannt. Ein bundesweiter Zusammenschluss von Initiativen möchte den Angehörigen und Betroffenen mit der Aktion Solidarität aussprechen und einen würdigen Rahmen des Gedenkens schaffen. Gemeinsam fordern die Initiativen eine lückenlose Aufklärung der Hintergründe des NSU-Komplexes. Am 4. November 2011 enttarnte sich der Nationalsozialistische Untergrund (NSU) selbst. Der Jahrestag steht nach Ansicht der Organisatoren, „für den Anfang einer bisher kaum stattgefundenen gesellschaftlichen Auseinandersetzung“, so Manuel Friedrich vom Initiativenbündnis. „Hätte die Selbstenttarnung nicht stattgefunden, wären die Betroffenen wahrscheinlich bis heute noch nicht von der Verdächtigung und Gängelung der deutschen Behörden befreit und als Opfer rassistischer Gewalt anerkannt. Bis zum heutigen Tag jedoch hat in keiner Stadt ein den Wünschen der Betroffenen entsprechendes Gedenken an die verlorenen Freunde und Familienmitglieder stattgefunden“, so Manuel Friedrich weiter. Um die Opfer wieder ins öffentliche Bewusstsein zu rücken, wird bundesweit an die Opfer des NSU gedacht.

So wurde auch am 4. November durch die JG Stadtmitte und das Jenaer Aktionsbündnis die Ernst-Zielinski-Straße symbolisch und „auf Zeit“ für einige Tage in die Abdurrahim-Özüdoğru-Straße umbenannt. Abdurrahim-Özüdoğru wurde im Juni 2001 ermordet.
Warum wurde die Ernst-Zielinski-Straße umbenannt? Weil in dieser Straße Beate Zschäpe zeitweise wohnte und der ehemalige Winzerclub, in dem das NSU-Trio verkehrte, sich ganz in der Nähe befand.

Das Bündnis aus Initiativen kritisiert die auf der „Einzeltrio-These“ basierende Anklageschrift der Bundesanwaltschaft. Dadurch werde der Aufklärung im NSU-Prozess sehr enge Grenzen gesetzt. Stattdessen fordern die Initiativen eine lückenlose Aufklärung der Hintergründe und der Verwicklung staatlicher Behörden. „Wir verlangen zu erfahren, wer zum NSU-Netzwerk gehört und welche Rolle der Verfassungsschutz darin spielt“, erklärt Manuel Friedrich, Sprecher des Bündnisses.

Zur Information: Die Umbenennung wird in den nächsten Tagen wieder rückgängig gemacht, sie ist symbolisch!

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