Diskussion um Fußgängerampel in der Planungswerkstatt
Jena Winzerla. Die Diskussion um die Ampel sorgte am 11. März 2014 im Rahmen der Planungswerkstatt für etwas Verwirrung. Die Gäste, die das erste Mal zur Planungswerkstatt kamen, hatten die Einladung so verstanden, dass in dieser Runde darüber entschieden wird, ob eine Ampel installiert wird oder nicht. Die Planungswerkstatt, wenn sie etwas entscheidet, dann nur die Lage der Lichtsignalanlage.
In der Planungswerkstatt ging es lediglich um die Erarbeitung eines Standpunktes der Teilnehmer. Thematisch umfasst die Planungswerkstatt zur Gestaltung des Eingangsbereiches am Damaschkeweg beide Straßenseiten und in diesem Zusammenhang wurde das Thema Überquerung angesprochen und entsprechend geprüft. Darüber berichteten wir in der letzte Ausgabe. Kurz zur Frage, wer was entscheidet. Weder der Ortsteilrat, der einer Ampel in der Ortsteilratssitzung am 5. Februar 2014 zustimmte, noch die Planungswerkstatt können Entscheidungen treffen. Der Ortsteilrat als „politisch“ gewähltes Gremium für Winzerla kann nur Empfehlungen abgeben und keine Entscheidungen treffen. Letztendlich entscheidet der Stadtrat bzw. in diesem Fall der Stadtentwicklungsausschuss.
Dennoch wurde heiß über das Für und Wider diskutiert. Dem Bau einer Ampel wurden folgende Argument entgegnet: eine zusätzliche Ampel stört den ohnehin schon zähen Verkehrsfluss; es gibt den Tunnel und der sollte genutzt werden, hier ginge es nur um ein „Erziehungsproblem“; der Bau einer Ampel verursacht zusätzliche Kosten; auch ist man skeptisch, ob überhaupt bis zur Grünphase gewartet wird, da die Schaltung der Ampel von den anderen Ampeln abhängig ist; und durch das Stop-and-go werden zusätzliche Abgase ausgestoßen. Petra Schmidt, vom Team Verkehrsplanung und Flächen aus dem Fachbereich Stadtumbau und Sabine Zander vom Fachdienst Stadtentwicklung standen Rede und Antwort. Betont wurde nochmals die neue verkehrspolitische Sichtweise, den Fußgänger als gleichwertigen Verkehrsteilnehmer zu sehen. Immerhin sprechen die Beobachtungsergebnisse der Planer für sich. 50 Prozent der Fußgänger queren die Straße überirdisch und diese Tatsache stellt ein gewisses Gefahrenpotenzial dar. Auch die Idee, eine Barriere in die Mitte der beiden Spuren, z.B. einen Zaun zu setzen, damit die Fußgänger gezwungen werden die Straße unterirdisch zu queren, wurde technisch verworfen. Nach zwei Stunden ausgiebiger Pro- und Contra-Diskussion wurde schließlich abgestimmt, wer für den Bau einer Ampel (JA) bzw. gegen den Bau (NEIN) dieser ist. Von den 14 Teilnehmern stimmten zehn für JA und vier für NEIN. Die Abstimmung ist als Stimmungs- bzw. Meinungsbild zu verstehen.
In der nächsten Planungswerkstatt am 8. Mai wird es hauptsächlich um die Lage der Ampel und die damit verbundene Regulierung der Fußgängerströme aus dem Wohngebiet gehen. Wir treffen uns in den Projekt-Räumlichkeiten der Schillerschule, wieder um 17 Uhr.