Freizeitladen Winzerla mit neuem Konzept
Jena Winzerla. „Wir haben gewonnen, doch Winzerla hat ein Stück weit verloren.“ Michael Dietzel vom Freizeitladen bringt es auf den Punkt. Zwar hat der Freizeitladen die städtische Ausschreibung zur Offenen Kinderarbeit im Wohngebiet gewonnen, durch die Kürzung von Mitteln wird das Angebot insgesamt jedoch ausgedünnt.
Obwohl sich die Kinderinitiative kämpferisch gibt und ihre Arbeit fortsetzen möchte. Im Freizeitladen wird es ab März eine Mischung aus bewährten Angeboten und Neuheiten geben.
Dieses Konzept überzeugte den Jugendhilfeausschuss in seiner Sitzung am 8. Dezember. Ein paar Tage später gab auch der Stadtrat grünes Licht. Zum Bewährten gehört das Personal: als Leiterin fungiert Kristin Letsch, an ihrer Seite Michael Dietzel. Bewilligt sind ab März drei sogenannte VBe, was für Vollbeschäftigteneinheiten steht. Noch steht die genaue Personalplanung aus, wahrscheinlich werden insgesamt vier Mitarbeiter beschäftigt sein.
Kristin Letsch sagt, das neue Konzept, das den Jugendhilfeausschuss überzeugt hat, beruhe auf fünf Säulen. Das sind der Kernbereich Offene Arbeit, die Zusammenarbeit mit den Schulen in Winzerla, Partizipationsangebote, die Elternarbeit sowie stadtteilbezogene Angebote. Letsch, 27, die ihren Bachelor in Sozialer Arbeit gemacht hat, nennt die „Stadtteil Reporter“ als eines der neuen Angebote. „Wir wollen die Kinder ermutigen, im Stadtteil Interessantes aufzuspüren und darüber zu berichten“, sagt Letsch. Denkbar seien Themen wie „Ist das Sommerfest kinderfreundlich?“ oder eigene Reportagen vom Seifenkistenrennen. Die Beiträge sollen dann im Internet auf Jenapolis.de oder auch in der Stadtteilzeitung veröffentlicht werden. Die „Stadtteil-Reporter“ werden vom Sozialpädagogen Michael Dietzel betreut. Weitergeführt werden soll das Projekt „Demokratie hautnah“, das die Auschwitz-Fahrt mit der Regelschule Winzerla beinhaltet.
Sozusagen Bestandsschutz genießt auch der Selbstbauspielplatz im Freigelände am Freizeitladen. Weil der Freizeitladen sein Konzept auf den Standort an der Schrödingerstraße zugeschnitten hat, ist die Idee eines Umzugs vom Tisch. Jedoch sollen die neuen Räume in der Schillerschule für Projektarbeit genutzt werden. In der Ausrichtung der Offenen Arbeit bleibt die Hauptzielgruppe die gleiche: Kinder von 10 bis 14 Jahre. „Das beinhaltet jedoch auch die Kinder im Übergangsalter“, sagt Michael Dietzel. Will sagen, wenn jüngere oder ältere Kinder im Freizeitladen mitmachen wollen, sind sie ebenfalls herzlich willkommen.
Doch generell wollen Kristin Letsch und Michael Dietzel nicht nur auf Gäste im Freizeitladen warten: Sie wollen im Wortsinn auf die Kinder im Stadtteil zugehen, wirklich präsent sein in Winzerla.
Autor des Beitrages: Stephan Laudien