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Großoffensive gegen die Natur?

*Jena Winzerla. *Es kommt einem so vor, als ob sich der Mensch gegen die Natur verschworen hat. Nicht nur in Winzerla werden Bäume und Sträucher auf ein Minimum gekürzt, sodass es zum Teil Jahre braucht, ehe die Ersatz- und Ergänzungspflanzungen das Volumen ihrer Vorgänger erreichen oder grüne Büsche wieder den Gehweg säumen. Handelt es sich um den alljährlichen Grünschnitt oder sind wir übersensibilisiert?

In der Anna-Siemsen-Straße war es zu erwarten, Arbeiten an der Außenfassade und Neugestaltung des Wohnumfeldes, unter anderem auch behindertengerecht. Ich möchte aber den Blick auf die ganze Stadt richten. Vielleicht hat die Sensibilisierung mit Baumfällungen im Paradies angefangen. Oder erst kürzlich hat der Stadtforst im Tatzend an der Bahnstrecke kahle Stellen bekommen. Es wirkt wie eine Manie. Jeder Hausmeister scheint angesteckt worden zu sein und senst die Sträucher radikal ab.

Ich bin der Sache nachgegangen und habe mit den grünen Experten von KSJ, von den Wohnungsunternehmen jenawohnen und der WG Carl Zeiss sowie dem Fachdienst Umweltschutz gesprochen.

Generell, Baumfällungen müssen beantragt werden. Und hierfür ist seitens der Stadt Thomas Ecke vom Fachdienst Umweltschutz verantwortlich, der die Dinge vor Ort begutachtet, ehe er sein Votum abgibt. Die Statistik besagt, dass die Obergrenze an Anträgen erreicht ist, aber nicht sonderlich vom letzten Jahr abweicht. Die Anzahl der Anträge liegt bei ca. 500, wobei ein Antrag auch mehrere Baumfällungen beinhalten kann. Auch der Grund der Baumfällungen hat sich nicht statistisch geändert, 30% für Baumaßnahmen und 70% im Rahmen der Verkehrssicherheit. Aber, es scheint doch etwas intensiver dieses Jahr zu sein. Jenawohnen arbeitet zum Beispiel sein Baumkataster ab, die WG Carl Zeiss hat Pflegemaßnahmen gebündelt. Soweit so gut. Viele fragen sich sicher auch, ob da immer Fachleute am Werk sind. Ich hatte meine Telefonpartner dies auch gefragt. Nun ja, die Antworten fielen unterschiedlich aus. Die Arbeiten werden nicht immer fachgerecht ausgeführt, wie mir Herr Ecke bestätigte. Und dass, obwohl es sich um Firmen vom Fach handelt. So werden auch Bußgelder und Strafen verhängt.

Letztendlich müssen aber die Dinge ganz individuell geklärt werden. Und das kann zeitaufwendig werden, wer für welche Fläche zuständig ist und Rede und Antwort steht. Wenn Sie bezüglich des grünen Bereiches eine Frage haben, dann kommen Sie im Stadtteilbüro vorbei. Ich habe jetzt eine Menge „grüne“ Kontakte geknüpft.

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