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Gruseliges Winzerla?

Jena Winzerla. Seit den letzten Tagen kursieren Beiträge in den online-Medien, die nicht nur über die Verbrechen der rechtsradikalen Terrorzelle, sondern auch stigmatisierend über die Herkunftsorte des Mördertrios Zschäpe, Mundlos und Böhnhardt berichten. In die Schusslinie sind Winzerla und jetzt auch ganz Jena gekommen. In dem Artikel „Rechter Terror als Spätfolge eines kaputten Systems“ von Reinhard Mohr (Welt online) wird Winzerla als ein „gruseliger Ort zum Leben“ und als „Plattenbau-Tristesse“ dargestellt. Weiter heißt es hier: „Ob in Winzerla oder im gegenüber liegenden Lobeda – überall herrscht der unwirtliche Dreiklang aus DDR-Platte, Verfallsresten alter Dorfkerne und frisch betoniertem Aufbau Ost. Wenn man durch die oft menschenleeren Straßen spaziert, glaubt man, jenes gesellschaftliche Vakuum immer noch zu spüren, das Ausgangspunkt des jugendlichen Rechtsradikalismus gewesen war.“

Petra Sorge stößt in ihrem Beitrag „Vom Musterschüler zum rechten Killer“ (Cicero online) ins gleiche Horn: „Die sechsstöckigen Häuser sind heute immer noch grau und unsaniert. Kinderlachen hört man nicht, Sandkasten und Dino-Klettergerüst sind leer.“ Dann frage ich mich, waren die Autoren in Winzerla? Anscheinend nicht oder zu Tageszeiten, an denen die Leute schlafen. Hier werden alle Klischees und Vorurteile bedient. Auch wird die Ost-West-Debatte damit wieder angeheizt. Die Krönung war ein am 22. November im ZDF ausgestrahlter Beitrag , der für Furore sorgte. Hier bezeichnet der Protagonist der Dokumentation Steven Uhly die Universitätsstadt Jena als ein Teil der ostdeutschen Angstzone. Von guten und sensiblen Recherchen kann hier nicht die Rede sein. Für die Autoren scheint die Zeit im Osten stehen geblieben zu sein. Hier werden die positiven Entwicklungen der letzten zehn Jahre einfach ignoriert. Winzerla ist wie zu DDR-Zeiten sozial durchmischt und alles andere als eine Tristesse des Ostens!

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