Ingrid Baldauf arbeitet ehrenamtlich als Patin für Demenz
Jena Winzerla. Sie gehen vertraut, ja freundschaftlich miteinander um: Wer Dora Marohl und Ingrid Baldauf sieht, könnte sie für alte Freundinnen halten. Doch die gemeinsamen Spaziergänge der beiden Frauen haben einen ernsten Hintergrund. Dora Marohl leidet an Demenz. Noch ist die Krankheit bei der 76-jährigen Winzerlaerin nicht weit fortgeschritten, Dora Marohl ist kaum beeinträchtigt. „Ich freue mich jede Woche auf unser Zusammensein“, sagt Marohl. Meistens fahren sie gemeinsam ein Stück mit der Straßenbahn und spazieren danach. „Wir erkunden gemeinsam die Stadt“, sagt Ingrid Baldauf. Ziele seien beispielsweise der Botanische Garten gewesen oder die Baustelle des neuen Klinikums in Lobeda. Stets suchen sie sich neue Ziele aus.
Ingrid Baldauf ging mit 60 in den Vorruhestand. Sie suchte nach einer sinnvollen Tätigkeit, weil sie als Rentnerin nicht nur Däumchen drehen wollte. Klar, sie habe Familie und auch einen Garten, dennoch wollte sie sich darüber hinaus nützlich machen. Über die Stadtteilzeitung erfuhr die 62-jährige Winzerlaerin von den Kursen „Paten für Demenz“, die der Verein „Tausend Taten“ in Jena anbietet. Vor zwei Jahren nahm Baldauf an einem Kurs teil, seitdem betreut sie eine alte Dame im Kernbergviertel und seit vorigem Sommer Dora Marohl. Als Patin für Demenz geht Ingrid Baldauf einmal im Monat zum Stammtisch des Vereins, wo zumeist eine kleinere Schulung angeboten wird. Gut 15 Menschen treffen sich dort, tauschen sich über ihre Tätigkeit aus und erfahren bei Bedarf Hilfe und Anregungen für die weitere Arbeit. Besonders wertvoll sind die Paten für die Angehörigen von demenzkranken Menschen, denen sie eine Auszeit in der Betreuung der Patienten ermöglichen. Wer sich für dieses Ehrenamt interessiert, kann sich an Dorothea Petrich vom Verein „Tausend Taten“ wenden. Telefon 03641 6373954, demenz@tausendtaten.de