Verein Bildungslücke in Jena-Winzerla: Nachhilfe finanziell nicht gesichert
Jena-Winzerla. Der Verein Bildungslücke wird 2011 keine Förderung von der Jugendhilfe bekommen. Das bestätigte Christine Wolfer, Fachdienstleiterin Jugend und Bildung. „Wir können nicht die kommerzielle Nachhilfe fördern“, sagt sie, „Nachhilfe müssen die Schulen leisten.“ So sei z.B. die Regelschule Winzerla eine Ganztagsschule, an der durchaus auch Nachhilfe angeboten werden sollte und auch wird. Für die beiden Vorstände von Bildungslücke, Peter Herold und Christian Seidler, ist diese Haltung nicht nachzuvollziehen. Sie sehen die Existenz ihrer Einrichtung in Gefahr. Die Ortsteilbibliothek ist z.B. an 40 Stunden in der Woche geöffnet und erfreut sich eines großen Zulaufs. Darüber hinaus erhalten 75 Schüler jede Woche Nachhilfeunterricht, den 30 Nachhilfelehrer, Lehramts-Studenten und pensionierte Akademiker abhalten.
Der Verein wurde 2002 gegründet, im September 2006 die Bibliothek eröffnet. Doch habe man bis 2008 gebraucht, um die Kontinuität und Qualität der Arbeit zu erreichen, die man jetzt vorweisen kann. Das möchte man natürlich nicht aufs Spiel setzen. Möglich wurde diese Entwicklung auch, da der Vorstand immer wieder neue Wege erschloss, um Geld einzuwerben und damit einen zuverlässigen Mitarbeiterstamm aufbauen konnte. Nicht alles geht über ehrenamtliche Arbeit.
Sicher ist, dass jenawohnen auch 2011 dem Verein wie bisher die Miete erlässt. Von der WG Carl Zeiss gibt es einen Zuschuss, für den die Kinder der Mieter der Genossenschaft den Nachhilfeunterricht kostenlos erhalten. CDU-Stadtrat Reyk Seela signalisierte eine Förderung durch den Sozialausschuss. Ob auch der Kulturausschuss 2011 Geld für die Bibliothek geben wird, entscheidet sich erst im Januar.
Vielleicht sollte zumindest geprüft werden, ob eine stärkere Kooperation mit den Schulen helfen kann.
Beitrag: Gabriele Meister