Rahmenplanung Winzerla am 6. Juli für zwei Quartiere
Jena Winzerla. Der städtebauliche Rahmenplan für das Wohngebiet Winzerla wurde Ende der 1990er Jahre erstellt und entspricht nicht mehr den heutigen Gegebenheiten. In mehreren Schritten soll deshalb eine Aktualisierung der Rahmenplanung erfolgen, mit dem Ziel, letztlich die Wohn- und Lebensqualität in den Quartieren zu erhöhen. Wir sprachen darüber mit Sabine Zander vom Fachdienst Stadtentwicklung, die als Stadtplanerin für Winzerla verantwortlich ist.
Frau Zander, soll ein neuer Rahmenplan für Winzerla erstellt werden?
Ein aktueller Rahmenplan für Winzerla ist unser Ziel. Er ist notwendig für die Weiterentwicklung des Stadtteiles und auch Voraussetzung für die Vergabe von Fördermitteln. Doch zunächst konzentrieren wir uns auf zwei Quartiere, die beispielgebend für ganz Winzerla sind.
Welche Quartiere sind das?
Einmal das Areal zwischen Max-Steenbeck- und Schrödingerstraße und zweitens das Areal zwischen Bertolt-Brecht- und Hugo-Schrade-Straße.
Inwiefern sind das beispielhafte Quartiere?
Das erste Quartier wurde in den 1980er Jahren errichtet, das zweite ist über ein Jahrzehnt älter. Die unterschiedlichen Baujahre sind an den Gebäudetypen und der städtebaulichen Situation erkennbar. Sie stehen beispielhaft für die beiden in Winzerla vorkommenden Quartiertypen.
Was ist konkret vorgesehen?
Unser Ziel ist es, die Lebensqualität der Bewohner zu erhöhen. Dabei wollen wir vermeiden, den Leuten fertige Entwürfe zu präsentieren. Stattdessen sollen sie – faktisch von Anfang an – in den Planungsprozess einbezogen werden. Das hat auch ein wenig Experiment-Charakter.
Sie wollen eine Planungswerkstatt einberufen?
Ja, dabei hoffen wir auf eine möglichst rege Teilnahme. Wir treffen uns am 6. Juli in der Schillerschule, von 10 bis 16 Uhr. Das ist sicher ganz schön lang, doch wir sorgen natürlich für die Verpflegung der Teilnehmer.
Wie wird dieses Treffen vonstattengehen?
Wir hoffen, dass viele interessierte Bürger unserer Einladung folgen werden. Dazu werden natürlich Vertreter der WohnungsUnternehmen und der Stadtverwaltung anwesend sein. Das Planungsbüro Quaas Stadtplaner aus Weimar moderiert und begleitet das Ganze fachlich. Wir wollen zunächst Ideen und Vorschläge sammeln, mögliche Wohnumfeld-Verbesserungen diskutieren.
Liegt Bürgerbeteiligung im Trend?
Unsere Erfahrungen gerade in Winzerla haben gezeigt, dass die Bürger oft ganz eigene sinnvolle Vorschläge haben, auf die der Planer so nicht gekommen wäre. Natürlich ist dessen Blick faktisch von außen ebenfalls willkommen. Früher lief es meist andersrum: Der Planer hat einen Entwurf gemacht, der ausgelegt wurde und zu dem Meinungen und Einwände möglich waren. Wir wollen jetzt die Bewohner von Anfang an einbeziehen, nicht über ihre Köpfe hinweg planen.
Gibt es einen Zeitplan für die Planungen und die Umsetzung von Vorschlägen?
Einen fixen Zeitplan haben wir nicht. Doch einiges kann sicher relativ rasch umgesetzt werden, zum Beispiel die Gestaltung von Freiräumen, Kunst im öffentlichen Raum oder ähnliches. Doch zunächst wollen wir mit allen Beteiligten ins Gespräch kommen. Alles Weitere ergibt sich daraus.
Das Interview führte Stephan Laudien