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Symbolische Straßenumbennenung vielfach missverstanden

Jena Winzerla. Umbenennung Zielinski Straße
Jena Winzerla. Umbenennung Zielinski Straße

Jena Winzerla. Die Aktion der JG-Stadtmitte und des Jenaer Aktionsbündnisses am 4. November um 18 Uhr war in die bundesweite Aktion „Keupstraße ist überall“ eingebettet. Um es vorweg zu nehmen, da diese Fragen gestellt wurden, niemand muss seine Postadresse ummelden oder Angst haben keine Post mehr zu erhalten. Was geschah, war eine symbolische Straßenumbennung der Ernst-Zielinski-Straße in Abdurrahim- Özüdogru- Straße (Mordopfer des NSU). Dabei wurde eines der Straßenschilder für einige Tage mit einer Folie überklebt, die danach wieder entfernt wurde. Hinzu kam ein Bild des Mordopfers, Infozettel und Kerzen sowie eine kurze Ansprache, die alles erklärte. Deutlich gemacht wurde dabei, dass es nicht darum ging, die Leistungen von Ernst Zielinski zu schmälern. Der Sozialdemokrat vertrat 1916 deutliche Antikriegspositionen. Vielmehr stand im Vordergrund an jene zu erinnern, die aufgrund ihrer Herkunft, also aus rassitischen Motiven, ermordet wurden. Sicherlich lässt sich trefflich darüber streiten, ob eine Straßenumbennung oder eine andere Möglichkeit wie z.B. die bekannten „Stolpersteine“ die passendere Variante sind. Das diese Aktion wahrgenommen wurde, zeigen die Kommentare auf den Internetseiten der TLZ und OTZ. In diesen Kommentaren wird jedoch der Blick doch sehr auf die relativ schwierige Sprechweise des Namens verkürzt oder eine „Islamisierung“ Deutschlands vorhergesagt. Kommentare, die sich ernsthaft mit der Idee des Gedenkens auseindersetzen, fehlen gänzlich. Da die NSU-Geschehnisse auch eine Vorgeschichte haben, die mit Winzerla zun tun hat, macht eine Gedenkaktion auch hier Sinn. Darüber hinaus gedacht sollte klar gemacht werden, dass gerade die Institutionen „Freizeitladen“ (z.B. mit der jährlichen Auschwitzfahrt) und „HUGO“ in der Kinder-und Jugendarbeit heute einen wichtigen Beitrag leisten, um menschenverachtenden Einstellungen entgegen zu wirken. Ziel der Aktion war es, den Fokus von den Tätern auf die Opfer zu verschieben, und das ist gelungen.

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