Welche Auswirkungen hat der neue Nahverkehrsplan für Winzerla?
Jena Winzerla. Um es vorweg zu nehmen, alles wird besser. Als der Vorschlag zum zukünftigen Nahverkehrsplan die Runde machte, die Linie 12 nur noch bis zur Endhaltestelle Winzerla und damit nicht mehr nach Burgau fahren zu lassen, war die Entrüstung seitens der Winzerlaer groß. Und das berechtigterweise. Der Anschluss an die Straßenbahnlinie wäre mit hohen Wartezeiten oder gar mit einem Fußmarsch zum Damaschkeweg verbunden gewesen, um dort die passende Bahn nach Burgau oder Lobeda zu bekommen.
Friedhelm Wilhelm Gebhardt, stellvertretender Ortsteilbürgermeister, und das Stadtteilbüro haben diese Planungsvorschläge und Bürgereingaben aufgegriffen und mit den Verantwortlichen eine Podiumsdiskussion organisiert. Diese fand nun am 28. Januar 2014 in der Aula der Gemeinschaftsschule Galileo statt. Rede und Antwort standen Denis Peisker, Dezernent Stadtentwicklung und Umwelt, Rosemarie Glum, Sachbearbeiterin Verkehrsplanung und ÖPNV der Stadtverwaltung, Udo Beran, Geschäftsführer des Jenaer Nahverkehrs, Bodo Smolka, Referent für Strategische Angebotsentwicklung des Jenaer Nahverkehrs und Guntram Wothly sowie Friedrich Wilhelm Gebhardt als Mitglieder des Ortsteilrates. Moderiert hat die Veranstaltung Andreas Mehlich.
Nach einer kurzen Einführung in die Nahverkehrsplanung seitens der Stadtverwaltung wurden vom Stadtteilbüro die Befragungsergebnisse zum Nutzungsverhalten des Öffentlichen Nahverkehrs vorgestellt. Herr Gebhardt rekapitulierte nochmals die auf Winzerla zukommenden Veränderungen. Darauf folgte die Stellungnahme des Jenaer Nahverkehrs. Herr Beran erinnerte daran, dass der alte Nahverkehrsplan von einer schrumpfenden Stadt ausgegangen ist und Winzerla und Lobeda ein überproportionales Schrumpfen prophezeite. Herr Smolka stellte anschließend den Ist-Stand und dessen Probleme sowie die zukünftige Planung vor (Präsentation Ist- und Soll-Zustand ).
Was wird sich nun ändern?
Die Linie 12 wird zukünftig nur noch bis zur Endhaltestelle Winzerla fahren. Dort ist dann aber ein zeitnahes und barrierefreies Umsteigen in die Linie 3 garantiert. Der Bus hält auf der Seite der Linie 3, sodass Sie nicht die Straße überqueren müssen. Die Linie 3 soll zukünftig ganztägig über die Schleife fahren. Ein Umsteigen ohne Wartezeiten ist also gewährleistet. Die Linie 2 und 3 werden zukünftig im 10-Minuten-Takt verkehren. Das bedeutet, die Linie 3 passiert alle 20 Minuten die Endhaltestelle Winzerla und fährt dann weiter Richtung Burgau bzw. Lobeda Ost. Inwiefern die Taktfrequenz am Wochenende beibehalten werden kann, wird zurzeit noch geprüft. Apropos Taktfrequenz. Der Nahverkehr bemüht sich um die Einrichtung sogenannter Taktfamilien. Das heißt zum Beispiel, dass am Damaschkeweg alle Bahnen im 10 Minutentakt fahren werden.
Wenn der Stadtrat am 26. März den Änderungen zustimmen sollte, dann werden die Fahrplanänderungen am 14. Dezember 2014 – zusammen mit der normalen Fahrplanänderung, die im August anstehen würde – in Kraft treten. Die Linie 10 wird dann bis Burgau fahren und die Linie 11 wird am Beutenberg/Campus zur Linie 10.
In der anschließenden Diskussion wurden die Änderungen wohlwollend aufgenommen. Auch wenn momentan nicht alles perfekt ist, ist man auf dem besten Weg das Netz und dessen Bestückung mit Bahnen und Bussen in Jena zu optimieren.
Befragungsergebnisse zum Nutzungsverhalten, Autor Stadtteilbüro
Präsentation Ist- und Soll-Zustand des Jenaer Nahverkehrs, Autor JeNah